12 goldene Regeln für Kinder
über den Umgang mit Hunden
Behandele einen Hund so,
wie Du selbst behandelt werden möchtest! Und bitte schrei keinen Hund an!
Also, nicht einfach forsch an das Tier herantreten, nicht an den Ohren ziehen,
an der Nase herummachen, nicht treten oder quälen, nicht anschreien oder
einfach knuddeln. Hunde können nicht reden, können nicht sagen "Hör auf!",
können sich nur mit den Zähnen wehren... und das kann sehr weh tun. Und noch
etwas: Hunde haben ein sehr gutes Gedächtnis. Ein Hund, der erst klein und
putzig ist, hat später wenn er groß ist nicht vergessen, wer ihn als Hundebaby
mal geärgert hat.
Ein Hund kann noch so
lieb aussehen, geh nicht (ohne zu fragen) zu ihm hin! Wenn der Hund will, wird
er schon von selber zu Dir kommen. Die meisten Hunde lieben Kinder, weil man
so schön mit ihnen spielen kann. Aber woher soll der Hund wissen, daß
ausgerechnet Du es gut mit ihm meinst? Hat er schon mal eine schlechte
Erfahrung mit Kindern gemacht, wird er bei Kindern vorsichtig sein. Er kann ja
nicht wissen, daß Du ihn nur streicheln willst. Möglich, daß er mit Bellen
oder Knurren reagiert, möglich daß er aus Angst zuschnappt. Man kann nie
wissen welche Erfahrung ein Hund schon gemacht hat. also merke:: Wenn ein Hund
auf seinem Platz in der Wohnung oder in seiner Hütte liegt- dann will er in
Ruhe gelassen werden. Das Lager des Hundes ist sein Reich - störe ihn dort
nicht!
Vermeide alles was der
Hund als Bedrohung auffassen könnte! Fest steht: Der Hund betrachtet den
Menschen als eine Art Superhund. Jeder Hund ist glücklich, wenn er in einer
bestimmten Rangordnung leben darf und seinen bestimmten Platz hat. Die
Besseren und stärkeren sind über ihm, die schwächeren und schlechteren müssen
ihm gehorchen. Wenn wir jetzt grundlos einen Hund bedrohen, stellen wir seine
geliebte Rangordnung in Frage. Und die gilt es zu verteidigen! Es gibt für ihn
nur zwei Möglichkeiten: Entweder er kneift oder - was wahrscheinlicher ist -
er kämpft! Und wie! Ein richtig wütender Hund ist kaum zu bremsen. Und wir
sehen bei so einem Kampf nicht sehr gut aus. Abgesehen von der Schnelligkeit
eines Hundes! Schaue Dir seine Zähne an und dann Deine eigenen. Also besser:
Einen Hund nicht herausfordern! Drohgebärden unterlassen!
Einem Hund niemals
direkt in die Augen starren! Schau auf die Ohrenspitzen, auf seine Schnauze,
oder sonst wo hin - nur nicht direkt in die Augen. Begegnen sich zwei fremde
Hunde, versuchen sie sich zuerst über ihre Stellung in der Rangordnung zu
einigen. Das Sich-in-die-Augen-schauen ist dabei ein ganz wichtiges Mittel.
Die beiden Hunde starren sich solange in die Augen, bis einer weg schaut. Der
andere ist zufrieden, er ist der Stärkere. Kann sich einer nicht entschließen,
weg zu schauen, wird gekämpft. Wie schon gesagt: Wir sehen in einem Hundekampf
nicht eben gut aus. Besser, wir signalisieren dem Hund: "Wir sind so gut, wir
haben es gar nicht nötig, das unter Beweis zu stellen" und... sehen dem Hund
nicht direkt in die Augen!
Komme nicht in die
Schwanznähe, versuche nicht daran zu ziehen und trete nicht drauf! Der Schwanz
ist für den Hund ein sehr wichtiges Ausdrucksmittel. Wird der Schwanz
beispielsweise zwischen die Beine geklemmt, ist Vorsicht angesagt. So zeigt er
nämlich, daß er Angst hat und zuschnappen könnte. Hält er seine Schwanz steil
in die Höhe, bedeutet das: Achtung ich bin böse. Hunde haben es überhaupt
nicht gerne, wenn man nach ihrem Schwanz greift, daran zieht oder drauftritt!
Er würde sein prachtvolles Ende notfalls auch mit seinen Zähnen verteidigen.
Daher gilt: Hände weg vom Schwanz!
Hunde nicht beim Fressen
stören! Versuche unter gar keinen Umständen dem Hund sein Fressen wegzunehmen.
Fressen ist für einen Hund etwas ungeheuer Wichtiges. Schon als Baby
verteidigt er sein Futter. Etwas wegnehmen darf ihm nur sein Besitzer. Jede
Störung beim Fressen betrachtet der Hund als Angriff auf sein Recht auf Futter
und er wird seine Häppchen verteidigen. Also: Finger weg vom Futternapf!
Außerdem - so doll ist Hundefutter nun auch nicht.
Beim Spielen den Zähnen
nicht zu nahe kommen! Hunde spielen gerne, es gibt nichts Schöneres, als etwas
zu jagen, zu fangen öder mit etwas zu raufen. Dabei kann es natürlich leicht
passieren, daß ein Tier im Eifer des Gefechtes aus versehen daneben beißt. Das
ist zwar nicht böse gemeint, tut aber ganz schön weh! Grundsätzlich ist es
beim Spielen sicherer und besser, den Zähnen nicht zu nahe zu kommen.
Versuche nie, raufende
Hunde zu trennen! Ein kämpfender Hund konzentriert sich nur auf seinen Gegner.
Das heißt, er läßt sich nicht ablenken, er ist im Kampf blind, taub,
gefühllos. Er merkt auch nicht, wenn er in eine ihm helfen wollende Hand
beißt. Darum gilt für Dich: Auch wenn sich so ein Hundekampf ziemlich schlimm
anhört und böse aussieht - niemals dazwischen gehen!!! Bleib außer Reichweite!
Hole Hilfe! (Erwachsene)
Egal, ob Du Angst hast
oder nicht. Laufe nie - unter gar keinen Umständen vor einem Hund davon.
Erstens sind Hunde sowieso schneller. Zweitens hat jeder Hund einen Hetz- oder
Jagdinstinkt. Wenn sich jemand - oder etwas zu schnell von ihnen entfernt,
dann muß er einfach hinterher, so schnell es geht, um es - oder ihn-
festzuhalten. Da hilft es übrigens auch nicht, auf eine Bank, einen Tisch oder
sonst etwas zu klettern. Wo Du hinkommst, kann ein Hund auch meist hin. Er
kann nämlich außer gut laufen meist auch erstaunlich gut springen oder
klettern. Also: Nie - unter gar keinen Umständen - vor einem Hund davonlaufen!
Ruhig stehen bleiben macht Dich für den Hund uninteressant.
Wenn ein Hund nach Dir
greift, halte still! Die meisten Hunde wollen gar nicht beißen, sondern nur
festhalten. Will man den Arm wegziehen, reizt das den Hund nur noch mehr.
Etwas, was sich nicht bewegt, ist jedoch für einen Hund uninteressant. Also:
Nicht bewegen - still halten!
Wenn Du mit einem Hund
spielen willst, achte sicherheitshalber darauf, daß ein Erwachsener in der
Nähe ist. Hunde sind für Kinder tolle Spielkameraden. Dennoch kann es schnell
zu Mißverständnissen kommen, etwa, wenn das Kind den Hund ärgert, am Fell
zieht, an die Nase greift. Kinder sollten deshalb nie unbeaufsichtigt mit
Hunden spielen. Wenn Erwachsene im Zusammenhang mit einem Hund etwas
verbieten, muß das unbedingt befolgt werden. Die sagen das nicht um Dich zu
ärgern, sondern aus Sorge um Dich. Daher: Nur mit Hunden spielen, wenn ein
Erwachsener dabei ist.
Kein
Hund ist wie der andere! Jeden Hund muß man neu kennenlernen, denn keiner
gleicht dem anderen. Das bedeutet: Nicht gleich versuchen, einem fremden Hund
zu streicheln. Man kann nie wissen, ob er nicht schon schlechte Erfahrungen
mit Kindern gemacht hat. Aber keine Angst: In den meisten Fällen sind Hunde
freundlich, wenn Du nett zu ihnen bist und die Regeln beachtest.
Darum denke daran: Kein Hund ist wie der andere. Bei jedem Hund mußt Du erst
einmal herausfinden, ob er Dich mag!